„Antonia war schon mal da“ – Kindergartengeprüft

Ein inklusives „Superbuch“ für abenteuerlustige Kinder mit Adleraugen.

Eine Person kniet am Boden und hält das aufgeschlagene Kinderbucht. Rund herum sitzen fünf Kinder. Ein Mädchen beugt sich nach vorne und zeigt auf das Buch.
© Hannah Wahl

Die guten Freunde Biber, Specht, Molch und Igel wollen eine Reise unternehmen, doch ihre menschliche Freundin Antonia bleibt lieber im heimischen Garten: „Was soll ich vor die Pforte gehen? Ich hab die Welt doch längst gesehen!“ Die Beweise, dass Antonia schon mal da war, sollen die Freunde auf ihrer Reise finden. So wird das Buch zu einem kleinen Abenteuer, denn bei jeder Station der Reise versteckt sich ein Abbild von Antonia. Die sind oft gut versteckt, z.B. taucht Antonia als Höhlenmalerei auf, oder als Tattoo-Motiv (oder Stempel – wie es die Kinder nennen). Die Kinder sind schnell wie der Blitz. Bei jeder neu aufgeschlagenen Seite finden sie rasend schnell den neuen Beweis. Doch die Bilder geben noch viel mehr als das her. Besonders die Details faszinieren. Das Treiben unter der Erde: da finden wir einen lesenden Maulwurf mit Brille, einen schlafenden Wurm und funkelnde Schätze, die sich im Waldboden verstecken.

Auf jeder liebevoll illustrierten Seite verweilen wir eine kleine Ewigkeit, die Finger fliegen über die Bilder; es gibt so viel zu entdecken! Schlägt man eine besonders „wimmelige“ Seite auf, glitzern die Kinderaugen. Ein Kind stößt fasziniert und lachend ein lautes „Wooooaaaah“ hervor.

Der einfach gereimte Text macht besonders viel Spaß und animiert zum Mitreimen: „Hier fühlt sich jeder wie ein Zwerg! – Hoch in die Luft ragt dieser …. BERG!“ Die tierischen Hauptfiguren – Biber, Specht, Molch und Igel kommen gut an. Auch der kleinste wird von den Kindern nicht übersehen: Ein kleiner Marienkäfer begleitet die Freunde und wird von den Kindern sofort zur Reisegruppe gezählt. Specht, Biber und Igel werden schnell erkannt, nur der Molch wird prompt als „leuchtender Fisch, der einem bei Berührung einen elektrischen Schlag versetzt“, identifiziert.

Dass der kleine Igel im Rollstuhl sitzt, wird am Rande auch bemerkt. Die Kinder finden den Igel „cool“, der, mit Sturzhelm gut geschützt, eine kurvige Strecke entlang rast. Die Behinderung selbst ist bei den Kindern genau so wenig Thema wie im Buch. Sie gehört einfach zum Igel, der Teil einer vielfältigen Gruppe ist, deren Mitglieder sich auf ganz unterschiedliche Art fortbewegen: gehend, fliegend, schwimmend oder im Rollstuhl. Auf die Frage, wie ihnen das Buch gefallen hätte, antworten sie kichernd: „Guuuut“ und „ein Super-Buch!“. Den Kindergartentest hat „Antonia war schon mal da“ jedenfalls mit Bravour bestanden.

Fazit

Ein inklusives Buch, bei dem es auch beim dritten Mal lesen noch Neues zu entdecken gibt. Der vorlesende Erwachsene wird vom liebevoll gestalteten Bilderbuch und der kindlichen Begeisterung mitgerissen. Klare Kaufempfehlung!

Autor: Patrick Wirbeleit
Illustration: Max Fiedler
REPRODUKT-Verlag (2016)
ISBN 978-3-95640-108-4
40 Seiten, farbig, 29 x 19,5 cm, Hardcover

Man sieht eine Seite des Buches. Die Protagonisten spazieren an einem Baum vorbei. Man sieht das Treiben unter der Erde.
© Hannah Wahl

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